Laufen
Update: Ihr gehts soweit ganz gut. Ich komm klar damit.
Ich laufe. Gegen den Strich gegen den Strom.
Ich raste, doch nicht lange da ohne Lohn,
Ich laufe so schnell, ich ersticke fast dran,
doch die Welt dreht sich schneller als ich laufen kann.
Mein Tag war wie der eines Mönches,
gearbeitet, Gartenarbeit nur gebetet hab ich nicht,
ich habe den ganzen Tag Tulpen eingepflanzt,
doch ich fühle mich als hätte ich die ganze Welt gepflügt.
Sie #viel zu viel und Aggressionen und Entschuldigungen
So. Also, wegen der letzten Tage:
Ich hab gerade gesehen, was das ganze für Wellen schlägt, dass ich Chris und Federico und Thorben als Scheissköpfe beschimpft habe und so weiter.
Ich möchte micht entschuldigen. Ich hatte jetzt seit Sommer nichts mehr von Julia gehört, und vorgestern nacht rief sie an, aus dem Krankenhaus. Und aus irgendeinem Grund war ich der erste, den sie anrief, nachdem sie von der ITV verlegt wurde. Sie wurde angefahren, von wem weiss sie nicht, und lag ein paar Tage mit inneren Blutungen intensiv. Sie ist aber durch, ihr geht es soweit gut. Ich besuche sie täglich. Und irgendwie merke ich, dass ich doch nicht über sie hinweg bin.
Darum bin ich gereizt, und darum wollte ich mich entschuldigen. Es tut mir leid, ich wollte niemanden beschimpfen.
Was ich nur meine ist, dass ich es nicht immer unterstütze wie unernst ihr das alles nehmt, was wir schreiben. Natürlich müssten wir es auch nicht teilen, aber das wollen wir.
Und ja, manchmal hab ich auch Thorbens Videos gekuckt, und Chris Liveblogging war riesig.
Ich hab einen Fehler gemacht, dazu stehe ich, ich hoffe ihr könnt’s verstehen, tut mir leid.
Luxemburger Blogs
Ich verweigere normalerweise zuzugeben, dass ich Luxemburger bin. Die die denken, mein Akzent wäre Rheinländer, dürfen das ruhig glauben.
Trotzdem bin ich durch die Luxemburger Blogosphäre (ja, sowas gibt’s) geschlendert und auf die Blogbuerg gestoßen, so wie Technorati im Zwergenformat.
Dabei gibt es richtig tolle Blogs in Luxemburg. Und sogar einige sehr literarische Werke.
Bei Thierry gibt es wunderschöne Posts, ein aktuelles Beispiel hier. Da sind Sachen dabei, die so nah am Gefühl sind, dass sie wehtun.
In Thierrys Blog wird auch oft von Joël kommentiert. Auch wenn er leicht über-links in seinem Blog rüberkommt ist er ein begnadeter Schreiber. “Als die Ampel unten am Platz, wo sie, rot wie Blut, zu warten stand, auf grün schaltete, breitete er seine Arme aus und schrie: »Warum hast du mich verlassen?«”. Der ganze Beitrag hier.
Bei “Grommel” hingegen gibt es weniger Literatur, dafür aber leichteren Content und politisch Interessante Posts. Besonders seine Kommentare zum Unsinn, den man Religion nennt sind absolut zu empfehlen.
Es gibt allerdings auch Negativbeispiele: Bei OMG.lu knallen pubertierende Kids youtube videos auf den Blog und finden’s toll. Nicht viel anders hält es Cookie Monster der, ausser irgendwelche Videos und polemisch-populistische Stammtischphrasen wetzen nicht viel bringt. Nicht mal sein sogenanntes Livebloggin über das brillante neue Radiohead-Album ist lesenswert. Der Kerl hat kein Gefühl für Sprache, ebensowenig wie dieser Pianocktail, der abgesehen von Schachtelsätzen und ständigen “lustigen” Kommentaren zu dem was er soeben geschrieben hat nicht viel produziert. Der Inhalt dieser Seiten ist gelinde gesagt überschaubar, uninteressant, pubertär.
A propos Inhalt, diesen vermisse ich auf oft verlinkten Seiten wie Benem, Noodle kicks ass und egalwaat.lu, das sogar einen pa’s weblog genannten kleinen Bruder besitzt, der die gleichen Themen behandelt wie sein Vorbild. Diese Blogs muss nun wirklich keiner besuchen, daher werde ich sie auch nicht verlinken.
Sich abregen tut gut.
Politisch Korrekt?
Heute in der Kantine:
Schnitzel mit Pommes und Zigeunersauce.
Als ich die Kassiererin – ein Monster von einem Weib – fragte: “Werte Dame, müsste das nicht Sinti-Und-Roma-Sauce” heissen fauchte sie in bestem saarländisch:
“Ühr schüssüntellektüellen! verzüh di!”
The Fountain*
?
how
to write
anything if
you don’t know
how you feel is a
mere wonder to me
therefore I try to draw
your attention on my verse
by making it look like a nice
romantic christmas
tree
isn’t
that
really creative
*Those of you who do not understand the title: check Darren Aronofsky’s filmography.
Die fünf Stadien der Trennung
Irgendwann, als ich 17 oder 18 war, und gerade verlassen wurde, erfand ich die fünf Stadien der Trennung. Man fühlt sich wie ein Cosmopolitan-Schreiberling.
- Unverständnis: man liebt sie noch, versteht nicht weshalb und will ihr sofort wieder eine Chance geben. (Dauer: ca. 1-2 Wochen)
- erste Akzeptanz: man kommt damit zurecht, will sie jedoch nicht sehen, geschweige denn, was von ihr hören. (Dauer: ca 7-10 Tage)
- Depressives Verlangen inkl. komatösem Saufen: man will sie zurück, schreibt betrunken SMS, versucht nett zu ihren Freundinnen zu sein, damit diese ein gutes Wort einlegen. Sehr wichtig: Selbstmitleid und Radiohead. (Dauer: 6-8 Wochen)
- zweite Akzeptanz: man akzeptiert nun, dass es vorbei ist, will sie auch nicht zurück. Neues Ziel ist es nun, schneller mit jemandem zusammenzukommen als sie es tut. Weniger Radiohead, mehr flippiges Zeug, wie Daft Punk. (Dauer: 6 Wochen – 6 Monate)
- Erkenntnis, dass man nie wieder ein Mädchen finden wird. Inklusive Saufen, Drogen und Radiohead. (Dauer: ewig)
Ich befinde mich momentan in Phasen 1-5, obwohl sie nie meine Freundin war.
auszeit oder: Sie #11
Ich bin gestern zu Freunden nach Heidelberg gefahren. Mit dem Zug. Bahn fahren. Lesen. Ich allein im Zug. Links und rechts Leute. Ihre leeren Gesichter. Keine Tiefe, keine Idee, keine Farben, keine Träume. Sie tun mir leid.
Alle tun mir leid. Wahrscheinlich garnicht. Sondern ich mir selber.