Was IST der Mensch?

July 19, 2007 at 9:17 pm (Deutsch, Discarded, The early starters)

Wer bin ich eigentlich? Lisa? Oder nur ein Körper der sich den Namen Lisa attribuiert. Bin ich die, die ich bin, oder bin ich die die ich zu sein versuche? Bin ich ich, bin ich wie ich sein will, bin ich es nicht?

Ist der Mensch ein Organismus? Eine Ansammlung von Zellstoffen. Diese eine Sammlung von Zellen. Die aus Atomen bestehen. Aus Atomen, so wie Steine? Sind Menschen also Steine. Sind Menschen Wasser? Sind Menschen Planeten? Nein, da fällt die Definition zu weit aus. Menschen sind Mehrzeller. Lebewesen, bestehend aus vielen Zellen. Eigentlich Tiere. Oder nicht?

 Was ist der Mensch, und warum nicht Tier? Bin ich beides. Mensch und Tier? Tier und Mensch? Halb Wolf, halb Mensch? Manchmal Wolf, manchmal Mensch? Oder bilde ich mir das alles nur ein?

 

Was kann ich, was ander Spezien nicht können, was macht mich zum  Menschen?

 

Es sind die Gefühle. Denn: kein Tier kann traurig sein. Ein Tier denkt auch nicht darüber nach ob es sterben wird oder nicht. Der Mensch kann fühlen. Das ist der Unterschied. Das klingt nach wenig. Ist es auch. Aber dafür ist es alles.

 

…kein anderes Lebewesen kann den Freitod wählen. Nicht mal Lemminge können das. Es ist dem Menschen überlassen an seiner Existenz zu zweifeln. Das ist auch verständlich. Es handelt sich um einen Fehler im Menschen. Er ist so schlau, um zu bemerken dass er existiert. Denn dies verlangt enorme Intelligenz. Eine Intelligenz die der Mensch sich in der Evolution angeeignet hat, die ihn zur heutigen Zeit zur so gewaltvollen und grausam kalt handelnen Spezies macht. Genau diese enorme Intelligenz ist zu klein. Er ist nicht intelligent genug. Er ist nicht intelligent genug, seine Existenz zu verstehen. Denn zwischen realisieren und verstehen ist ein grosser Unterschied. Der zu oft verachtet wird. Deshalb kann der Mensch an sich zweifeln. Denn…

 

… kein anderes Lebewesen kann Angst haben. Natürlich gibt es bei allen Tieren Instinkte die sie dazu veranlassen Vorsicht zu nehmen, doch kein Tier hat so bewusst Angst wie der Mensch. Viele Menschen hängen sich in ihrer Angst an etwas. An einen Menschen, eine Sache, eine Religion. Sich selbst. Andere probieren ihre Angst zu bekämpfen. Sie werden es nicht schaffen. Sie unterdrücken ihre Angst. Dazu gibt es Mittel. Alkohol. Andere berauschende Stoffe. Wer sich nicht an irgendetwas festhält würde wahrscheinlich an seiner Einsamkeit erfrieren. Was ist denn los Kind – keine Zukunftsvision mehr? Hat unsere Jugend keine Rebellion mehr? Nein. Es war schon immer so. Bloss man sah es nicht.

 

…kein anderes Lebewesen besitzt eine Kunst!  Eine weitere Droge ist die Kunst. Sie ist vielschichtig. Bilder. Musik. Litteratur. Sprache. Bewegungen. Formen. Kunst ist Kommunikation. Er kann sich anderen mitteilen. Er kann von anderen Mitteilungen erhalten. Er kann seine persönlichen Gefühle in der Kunst ausdrücken, wiederfinden, reproduzieren. Dies muss er tun. Man kann nicht leben ohne zu kommunizieren. Man kommuniziert ständig. Und selbst wenn man einen Menschen nicht beachtet, kommuniziert man mit ihm.

 

…kein anderes Lebewesen kann logisch Entscheiden. Das typische Entscheidungsmerkmal beim Tier ist das fight-or-flight Syndrom. Kämpfen oder laufen. Dieses ermöglicht ihm in Bruchteilen von Sekunden entscheidungen zu treffen. Schon einmal fast von einem Auto angefahren worden und dann doch wieder in Höchstgeschwindigkeit eien Rückzieher gemacht? DAS ist Fight-Or-Flight par excellence. Aber der Mensch kann teils die Konsequenzen schon vorher abschätzen. Er kann überlegen und mit dem Kopf handeln, nicht nur mit dem Instinkt. Wobei er immer wieder mit selbigem interferiert, in Konflikt gerät. Er kauft etwas, brauch es aber gar nicht. Er erschreckt, hat aber gar keinen Grund.

Doch, wenn man mal nur diese drei Punkte beachtet, sagen sie nicht alle drei genau das selbe aus? Oder weisen sie nicht zumindest auf den selben, am Anfang angesprochenen Punkt hin? Dass der Mensch fühlen kann. Ein Tier, dass zu intelligent ist um sorgenfrei zu Leben aber zu dumm sich zu akzeptieren. Er ist damit perfekt unperfekt. Unperfekter geht es gar nicht. Er ist paradox in sich. Er geht gegen seine eigene Spezies vor, weiss es, und macht weiter.

 
Doch ist nun die Frage gelöst? Nein. Sie kann nicht gelöst werden. Das ist ganz einfach. Das Problem ist, dass hier gerade ein Mensch seine Feder über das Papier streifen lässt. Ein Mensch der seine Existenz nicht erfassen kann kann sich nicht beschreiben. Es vermag einer höheren Macht um den Menschen zu beschreiben. Das wird immer so sein. Der Mensch ist doch zu hoch für sich selbst. Wie Fermats Letzter Satz. Eine Gleichung die sich nicht selbst beweisen kann.

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